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Mecklenburg-Vorpommern: Wie die Trockenheit die Tierhaltung gefährdet

Trotz der Niederschläge im Juni macht Mecklenburg-Vorpommerns Tierhaltern die Futterknappheit aufgrund der Trockenheit zu schaffen.

  • Erster Futterschnitt fiel wegen Trockenheit deutlich geringer aus
  • Hoffnung auf Witterungsverlauf und Maisernte
  • Landwirtschaftsministerium gibt Brachflächen zur Beweidung frei
  • Auch Naturschutzflächen dürfen weiterhin beweidet werden

Der Regen im Juni hat in großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns die Folgen der Dürre zunächst entschärft. Entscheidend sei, wie es in den kommenden Wochen mit dem Wetter weitergeht, erklärte Agrarminister Till Backhaus: „Bis zu den Niederschlägen am 16. Juni waren alle Kulturen von der über sechswöchigen Trockenheit in ihrer Entwicklung betroffen. Auf den besseren Standorten nicht so stark, wie auf den leichten Böden, die zum Teil irreversiblen Schaden genommen haben.“

Trockenheit: Erster Futterschnitt fiel deutlich geringer aus

Im Durchschnitt machte sich die Witterung aufgrund des kühlen Frühjahrs und ausbleibender Niederschläge beim Futterertrag bemerkbar. Der erste Futterschnitt fiel im Vergleich zu „normalen“ Jahren um rund 25 bis 30 Prozent geringer aus.

Nach dem ersten Schnitt wirkte sich die Trockenheit verheerend auf die Entwicklung der Bestände und somit auf den Aufwuchs für den zweiten und gegebenenfalls den dritten Schnitt aus. Dadurch wächst nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums die Gefahr, dass die Futterversorgung, insbesondere über den Winter, nicht gesichert werden kann.

Hoffnung auf Witterungsverlauf und Maisernte

Die meisten Futterbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern zehren derzeit von den Futterreserven aus dem Vorjahr und vom Winterfutter aus dem ersten Schnitt. 

Viele Futterbaubetriebe versuchen auf die aktuelle Situation zu reagieren und haben in größeren Flächenanteilen Getreide als Ganzpflanze zur Futterversorgung geerntet, das ihnen aber für die geplante Getreideernte nicht mehr zur Verfügung steht.

Die weitere Entwicklung hängt nun vom Witterungs­verlauf der kommenden Monate ab. Spätere Ackergras- und Grünlandschnitte können je nach Witterung zur Entspannung beitragen. Wichtig wird auch die weitere Bestandsentwicklung beim Silomais sein. Eine durchaus noch mögliche gute Silomaisernte kann den fehlenden zweiten Schnitt in vielen Betrieben teilweise kompensieren. Käme es jedoch zu hohen Ausfällen auch beim Mais, werde die Lage sehr schwierig, heißt es aus dem Ministerium. Eine Prognose dazu sei jetzt noch nicht möglich.

Als Maßnahmen gegen die drohende Futterknappheit gibt das Agrarministerium ab 1. August Brachflächen zur Futtergewinnung frei. Auch Flächen aus dem Programm der „Naturschutzrechtlichen Grünlandnutzung“ dürfen weiterhin beweidet werden.

Foto: RoyBuri/Pixabay.com (Symbolbild)